Was steckt hinter der Herzratenvariabilität?
Die HRV beschreibt die Unterschiede im Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen. Auch wenn das Herz im Durchschnitt 60-mal pro Minute schlägt, bedeutet das nicht, dass es genau jede Sekunde einmal schlägt. Stattdessen variiert der zeitliche Abstand zwischen den Schlägen – zum Beispiel 0,9 Sekunden zwischen zwei Schlägen und 1,1 Sekunden zwischen den nächsten. Diese Variabilität im Herzrhythmus ist normal und gesund. Ein bisschen Unregelmäßigkeit im Herzrhythmus ist wichtig, und sie ist unabhängig von Bewegung oder intensiven Gefühlen.

Die Herzratenvariabiliät (HRV)
Mit zunehmendem Alter nimmt die HRV tendenziell ab. Jüngere Menschen zeigen eine deutlich höhere Variabilität in ihrem Herzrhythmus als ältere. Deshalb sollte die HRV immer im Vergleich zu Menschen gleichen Alters und Geschlechts beurteilt werden. Genau das tun wir bei mesana, um die Aussagekraft unserer Ergebnisse zu maximieren.
Der mesana Sensor zeichnet über den gesamten Messzeitraum den Herzschlag auf. Aus dem Abstand von zwei aufeinanderfolgenden Herzschlägen wird dann jeweils die momentane Herzfrequenz berechnet.
Wenn der Abstand zwischen zwei Herzschlägen genau eine Sekunde beträgt, dann ist die momentane Herzfrequenz, die sich aus diesem gemessenen zeitlichen Abstand, auch Intervall genannt, ergibt, 60 Schläge pro Minute. Das wird berechnet, indem 60 Sekunden (eine Minute) durch 1 Sekunde, also das gemessene Zeit-Intervall, geteilt werden, was 60 Schläge pro Minute ergibt.
Diese Berechnung wird für jedes Herzschlag-Intervall durchgeführt. Die gemessenen Intervalle werden dann grafisch als Kurve dargestellt. Diese Kurve zeigt, wie sich die Herzfrequenz über die Zeit verändert. Kürzere Abstände zwischen den Herzschlägen lassen die Kurve nach oben gehen, was eine Beschleunigung des Herzschlags anzeigt. Wenn die Abstände wieder größer werden, sinkt die Kurve und der Herzschlag verlangsamt sich. Anhand dieser Kurve lassen sich Veränderungen und Muster in der Herzfrequenz erkennen.
Wenn wir von einer großen oder kleinen Herzratenvariabilität (HRV) sprechen, vergleichen wir dies immer mit einer Gruppe von Menschen gleichen Alters und Geschlechts. Ganz vereinfacht ausgedrückt, geht es dabei darum, in welchem Bereich sich die Herzfrequenz bewegt, besonders im Ruhezustand.
Aus den zeitlichen Abständen zwischen zwei Herzschlägen und der HRV-Kurve können eine Vielzahl weiterer HRV-Messwerte berechnet werden. Diese Messwerte ermöglichen tiefere Einblicke in den Stresslevel, die Erholungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden einer Person. Bei mesana nutzen wir dieses Wissen, um in unseren Berichten auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse individuelle Empfehlungen zur Verbesserung von Stressbewältigung, Regeneration und allgemeiner Lebensweise zu geben. So unterstützen wir unsere Nutzer dabei, ein gesünderes und ausgeglicheneres Leben zu führen.
Die HRV zeigt, wie gut der Körper auf verschiedene Anforderungen wie Stress, Entspannung, Bewegung und Ruhe reagieren kann. Durch das ständige Beschleunigen und Verlangsamen der Herzfrequenz, auch in Ruhe. Man kann sich das wie einen Torwart vorstellen, der sich bei einem Elfmeter hin und her bewegt, um schnell reagieren zu können.
Und die HRV ist ein Ausdruck für unsere Vitalität. Ein höheres Maß an Variabilität ist meist ein gutes Zeichen, denn sie spricht für eine bessere Anpassungsfähigkeit und allgemeine Gesundheit, Im Gegensatz dazu kann eine niedrigere HRV darauf hinweisen, dass der Körper unter Stress steht und nicht optimal auf Herausforderungen reagiert. Möglicherweise liegt sogar eine Grunderschöpfung vor.
Die HRV zeigt uns frühzeitig an, wenn etwas in unserem Leben in die falsche Richtung läuft. In unserem Auto haben wir im Armaturenbrett Warnlampen, die bei Bedarf signalisieren, dass wir etwas tun müssen, um das Auto in einem guten Zustand zu halten. Ähnlich verhält es sich mit der HRV in unserem Körper. Eine niedrige HRV kann ein Warnsignal sein, dass unser Körper unter Stress steht oder dass unser Lebensstil unsere Gesundheit beeinträchtigt. Indem wir unsere HRV messen, können wir frühzeitig erkennen, wenn wir uns mehr Ruhe gönnen, unsere Ernährung anpassen oder Stressbewältigungsstrategien einführen sollten. So hilft uns die HRV, ein gesundes und ausgeglichenes Leben zu führen, ähnlich wie die Warnleuchten im Auto uns helfen, sicher und zuverlässig unterwegs zu sein.
Stellen wir uns chronischen Stress als einen dauerhaften Geschwindigkeitsrausch vor:
Wenn wir ständig mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn fahren, könnte dies zunächst aufregend und stimulierend sein. Aber wenn diese Geschwindigkeit dauerhaft anhält, beginnt unser Körper, die ständige Anspannung und Wachsamkeit zu spüren. Das ständige Fahren mit hoher Geschwindigkeit wird ermüdend und gefährlich. Unsere Reflexe könnten nachlassen, wir können uns weniger gut konzentrieren und das Risiko für Unfälle steigt erheblich.
Ähnlich verhält es sich mit chronischem Stress: Unser Körper und Geist sind ständig in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Kurzfristig können wir damit umgehen, aber wenn dieser Zustand über längere Zeit anhält, kann es zu körperlicher und psychischer Erschöpfung kommen.
Außerdem schätzen Fahrer ihre Geschwindigkeit oft falsch ein und denken, dass sie nach dem Bremsen langsamer sind, als sie wirklich sind. Die Wirkung von Erholungsmaßnahmen wird auch oft falsch eingeschätzt, sodass die innere Unruhe weiterhin anhält
Wenn chronischer Stress normal wird, merken wir oft gar nicht mehr, wie sehr unser Organismus unter dem andauernden Alarmzustand leidet. Eine sinkende HRV kann ein Frühwarnzeichen für chronischen Stress sein, noch bevor wir selbst die körperlichen oder psychischen Auswirkungen bemerken.
Durch das Messen der HRV können wir nicht nur besser verstehen, wie stark wir insgesamt belastet sind und wie unser Körper auf verschiedene Stressfaktoren reagiert. Es kann aufzeigen, ob Entspannungstechniken und anderen Stressbewältigungsstrategien auch tatsächlich etwas bringen.
Indem wir unsere HRV im Auge behalten, können wir rechtzeitig reagieren, um unseren „Geschwindigkeitsrausch“ zu verlangsamen. Und das bevor er zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führt. Es ist, als ob wir lernen, sicherer und entspannter zu fahren. Wir kontrollieren unsere Geschwindigkeit und legen regelmäßige Pausen ein, um uns zu erholen und neue Kraft zu schöpfen.
Im Kraftsport gibt es das Motto „Hart trainieren, hart regenerieren.“ Dieses Prinzip lässt sich auch auf unser tägliches Leben anwenden
Denn das Hauptproblem ist nicht der Stress selbst, sondern dass wir uns nicht genug erholen. Wenn wir auf unseren Körper hören und rechtzeitig Pausen machen, können wir langfristig gesünder und ausgeglichener leben.
Unsere HRV-Parameter
Der Erholungs-Wert als Durchschnittswert gibt ihnen eine Einschätzung ihrer Erholung während des gesamten Messzeitraums.
Damit können Sie feststellen, ob sie sich in ihrem Alltag genug erholen. Er zeigt ihnen, wie gut sie im Vergleich zu anderen Menschen neue Energie tanken. Der Erholungs-Wert wird als Durchschnitt über den gesamten Messzeitraum berechnet, indem ihr Maß an Erholung mit den Daten anderer Erwachsener verglichen wird. Ein positiver Erholungs-Wert bedeutet, dass sie sich effektiver entspannen als ihre Mitmenschen. Liegt der Wert unter 0, entspannen sie sich seltener. Ein Erholungs-Wert nahe +1 zeigt an, dass sie zur Spitzengruppe gehören, da nur etwa jeder fünfte Erwachsene (circa 20%) eine bessere Regeneration hat.
Diese Grafik hilft ihnen, Erholungsphasen besser zu verstehen und bei Bedarf gezielt zu verbessern. Sie zeigt genau, wann ihre Erholung am besten ist und wann sie nachlässt. So können sie Muster und Zeiten erkennen, in denen sie besonders gut zur Ruhe kommen.
Es lohnt sich, diese Grafik in Ruhe zu studieren und sie mit Ihren täglichen Aktivitäten abzugleichen, insbesondere mit Ihrer Pausen- und Freizeitgestaltung. Diese Analyse kann ihnen wertvolle Hinweise geben, wie gut ihre Entspannungsstrategien funktionieren.
Mit den gewonnenen Erkenntnissen können sie gezielte Maßnahmen zur Steigerung ihrer Erholung im Alltag ergreifen. Sie könnten regelmäßige Pausen einplanen, um sicherzustellen, dass sie sich ausreichend erholen. Zudem könnten sie Entspannungstechniken wie Atemübungen in ihren Alltag integrieren. Auch die Gestaltung ihrer Freizeit mit Aktivitäten, die ihnen Freude bereiten und Ruhe fördern, kann ihre Erholung verbessern. Durch bewusste Veränderungen und Anpassungen in ihrem Tagesablauf können sie langfristig ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit steigern. Dies sollte insbesondere dann eine hohe Priorität haben, wenn ihr Stress-Wert positiv ist. Dann sind gezielt geplante Erholungsstrategien besonders wichtig, um für einen Ausgleich zu sorgen.
Um zu wissen, ob ihre Stressbelastung im normalen Bereich liegt oder ob sie übermäßig gestresst sind, berechnen wir den Stress-Wert.
Dieser gibt ihnen eine Einschätzung, wie gestresst sie im Vergleich zu anderen Menschen sind. Den Stress-Wert ermitteln wir zum einen als Durchschnittswert für den gesamten Messzeitraum. Bei einem positiven Stress-Wert treten Belastungsreaktionen durchschnittlich häufiger auf als bei anderen Erwachsenen. Ist er kleiner 0, sind sie seltener. Tendiert der Stress-Wert in Richtung +1, bedeutet dies, dass nur noch circa jeder 5. Erwachsene [circa 20% aller Erwachsenen] eine stärkere Belastung aufweist.
Mit dem Stress-Wert als Durchschnittswert für die gesamte Messung erhalten sie also eine Einschätzung über das Ausmaß der Stressbelastung.
Sie sehen, wann der Stress am Tag besonders hoch oder niedrig ist. So können sie Stress auslösende Momente, die immer wieder auftreten, erkennen. Achten sie darauf und vergleichen sie die Grafik mit ihren Aktivitäten. Das hilft, gezielt Maßnahmen zu entwickeln, um Ihren Stress zu minimieren. Dazu gehören zum Beispiel kleine Pausen oder Entspannungstechniken. Optimieren sie ihren Tagesablauf, indem sie stressige Aufgaben auf Zeiten verschieben, in denen sie besser damit umgehen können.
Ein abschließender wichtiger Hinweis: Für uns Menschen ist es entscheidend, ein gutes Gleichgewicht zu halten – Wie ein Seiltänzer, der immer wieder innehält, um sein Gleichgewicht zu stabilisieren, wenn er ins Schwanken gerät.
Ein positiver Stress-Wert wird vor allem dann problematisch, wenn er zum Dauerzustand wird und nicht genügend Erholung gegenübersteht. Wenn sie also einen hohen Stress-Wert haben und ihre Situation derzeit nicht oder nur wenig ändern können – weil sie zum Beispiel in einem anspruchsvollen Projekt involviert sind oder durch Berufs- und Privatleben eine Doppelbelastung haben – liegt die Lösung in ausreichender Erholung. Achten sie darauf, dass sie dann einen deutlich positiven Erholungs-Wert erreichen.
Bei mesana werden nur Schlafphasen über drei Stunden zur Bewertung der Schlaferholung berücksichtigt, da der Körper sich in dieser Zeit besonders gut erholt. Der Erholungsgrad wird anhand der Dominanz des Parasympathikus im EKG-Signal während des Schlafs bestimmt (siehe Erholungs-Wert).
Auch wenn sich der Körper im Wachzustand erholen kann, ist Schlaf die wichtigste Erholungsphase. Gute Schlaferholung fördert die Gesundheit und Leistungsfähigkeit.